Kettensäge
Erst Anfang des 20. Jahrhunderts wurden einfache Sägemaschinen entwickelt, die allerdings stationär gebunden waren und von mehreren Personen bedient werden mussten. In der Folge kamen immer kleinere und handlichere Modelle auf den Markt. Sie waren schon benzinbetrieben und tragbar. Die entscheidende Erfindung, die den weltweiten Erfolg der modernen Kettensäge initiierte, kam jedoch aus einem völlig anderen Metier. Während des Kunstflugs fiel in früheren Zeiten bei waghalsigen Manövern, wie beispielsweise dem Looping, ständig die Treibstoffzufuhr aus. Denn bis zur Erfindung des Membranvergasers wurde die Treibstoffzufuhr mit Hilfe eines Schwimmers geregelt, der nur in horizontaler Lage einwandfrei funktionierte. Durch die Einführung des Membranvergasers bei den Kettensägen Ende der 1950er konnte die Motorsäge nun in allen Lagen zum Einsatz kommen und erhöhte damit die Produktivität in ungeahntem Ausmaß.
Heutzutage haben sich neben den gängigen Benzin Kettensägen auch zahlreiche Modelle der Elektro Kettensäge etabliert. Der Nachteil bei elektrisch betriebenen Motorsägen ist natürlich die Verbindung mit dem Kabel, dafür sind sie sehr leicht, leise und abgasfrei. Für die Anwendung in Haus und Garten sind sie daher sehr praktische Hilfsmittel. Daneben gibt es hydraulisch und pneumatisch betriebene Kettensägen, die für diverse Spezialeinsätze Verwendung finden. Sie durchsägen nicht nur Holz. Mit ihren diamantbesetzten Schneiden ist selbst die Bearbeitung von Beton und Naturstein kein Problem. Die Feuerwehr hat Rettungssägen im Arsenal, die sogar dicke Bleche und Metallwände durchtrennen können.
Aber nach wie vor ist der Einsatz bei der Forstarbeit das Hauptanwendungsgebiet für Kettensägen. Der wichtigste Aspekt neben der Funktionalität ist hierbei die Sicherheit. Vor allem die Kettenbremse hat schon manchen Waldarbeiter vor schweren Verletzungen bewahrt. Bei starkem Rückschlag stoppt durch diese Sicherheitseinrichtung die Sägekette automatisch. Auch beim Loslassen des Handgriffs hält der Motor augenblicklich an und vermeidet so lebensgefährliche Beinverletzungen. Nicht zuletzt rückt auch der Gesundheitsschutz bei der Weiterentwicklung der Kettensägen in den Vordergrund. Moderne Vibrationsdämpfer vermeiden Durchblutungsstörungen, die zur Weißfingerkrankheit, der ehemals weit verbreiteten Berufskrankheit der Forstarbeiter, führen können.